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Endlich beginnt die neue Reihe über CellarDoor wie irgendwann einmal versprochen. Heute mit dem ersten Kapitel.
Also.....

Datum: 07.06.2006
Kapitel 1: Liebe oder was von ihr übrig ist

Es gibt sie. Die eine große Liebe. Ich hoffe jeden Tag sie in der einen Person gefunden zu haben, der ich seit nun etwas mehr als zwei Jahren sage, wie sehr ich sie liebe.
Was ich davontrage oder auch davongetragen habe war bisher nur Schmerz und Trauer, denn alles was ich jemals für sie oder mit ihr gemacht habe, hat mich auf irgendeine Weise zerstört. Ich kann es nicht mehr, ich halte das einfach nicht mehr aus, ich zerbreche jeden Tag mehr und mehr an meiner eigenen Liebe, die ich gebe.
Aber ich merke mehr und mehr, dass sie für mich nicht das ist, was ich glaube, in ihr gefunden zu haben,
Sie mag für mich eine gute Freundin zu sein, aber wenn es so weitergeht, ist sie nicht mal mehr das. Es wäre für mich wahrscheinlich die einzige enge Freundschaft, bei der ich nicht darum trauer, dass sie zu Brüche geht. Oder besser gesagt: Es IST die einzige enge Freundschaft, bei der ich nicht darum trauer, dass sie zu Brüche geht. Es ist nicht so gemeint, dass ich die Freundschaft komplett wegschmeissen möchte, aber nicht länger auf so enger Basis wie bisher. Das ist das Beste für beide Seiten und ich bin mir sicher, dass es mir helfen wird.
Wenn ich das selber noch einmal alles lese, dann fällt mir ein Stein vom Herzen. Ich glaube, ich fange wieder an, an Liebe zu glauben und daran, dass auch ich sie finde.

Gewidmet Thomas Büter und Ines Jöster, die mir beide immer zur Seite gestanden und mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Danke.

Datum: 30.09.2009
Kapitel 2: Bedarf und Abhängigkeit

Sie lernten sich in der Therapie kennen. Er war dort, weil er nicht mehr konnte, er hielt es nicht mehr aus. Typisches "Burn Out" benannte es der Facharzt. Sie war dort aufgrund ihrer Depressionen nach dem tödlichen Unfall ihres Sohnes. Der Vater hatte sie schon lange verlassen. Ihr Sohn war ihr Ein und Alles.
Die beiden verbrachten viel Zeit miteinander, gingen zusammen spazieren oder schwimmen, redeten viel über Gefühle, wenn auch immer mit einer gewissen Distanz.
Die Therapien beider verliefen sehr erfolgreich, was die Ärzte hauptsächlich mit dem Kontakt der beiden zu einander begründeten.
Diesen Kontakt brachen die beiden auch nach den Therapien nicht ab, auch wenn sie aus verschiedenen Gegenden kamen.
Er begann langsam wieder zu unterrichten, er wusste, er dürfe sich nicht übernehmen. Sie nahm wieder eine Stelle als Sprechstundenhilfe an, kam dabei langsam darüber hinweg, alle Männer für Vollidioten zu halten, was sie mittlerweile an ihm festmachte.
Die beiden telefonierten oft, fuhren zusammen in den Urlaub, hielten aber dennoch die Distanz, um nichts zu riskieren.
Irland war für beide immer schon das schönste Urlaubsziel, er war immerhin Englischlehrer und sie mochte Irland allein wegen der dort herrschenden Atmosphäre und Mentalität.
Nach vielen Jahren war es so weit, dass sie im zum ersten Mal am Telefon sagte, dass sie nicht mit ihm in den Urlaub fahren könne. Sie habe einen Mann gefunden und sei schwanger von ihm. Sie war glücklich, was ihn natürlich erfreute. Nach diesem Anruf meldete sie sich lange Zeit nicht. Er glaubte, sie verbringe viel Zeit mit ihrem neuen Freund. Er merkte jedoch auch, wie sehr sie ihm fehlte und wurde immer unruhiger, da er außer ihr fast niemanden hatte, der ihr so nahe stand.
Der Druck wurde immer größer, er versuchte sie zu erreichen, doch nie nahm jemand ab. Er verfiel Depressionen und wies sich nach einer Weile selber wieder in die Therapieklinik ein. Dort traf er sie. Sie wirkte verschlossen, sprach kaum ein Wort. Da die Ärzte von der guten Beziehung der beiden wussten, erzählten sie ihm, was mit ihr passiert war:
Ihr Freunde hatte sie wenige Wochen vor der Geburt des Kindes verlassen, weshalb sie kaum noch aß und rapide abnahm. Aufgrund dessen starb das Kind noch im Mutterleib und sie gebahr eine Totgeburt.
Die Ärzte stuften sie als suizidgefährdet ein, was er nicht wahr haben wollte. Bis zu dem Tag, an dem es wirklich so weit war. Es geschah noch während der Therapie. Er war am Boden zerstört. Er erhielt ihren Abschiedsbrief, in dem lediglich ein Wort stand: "Danke".
Das half ihm nicht. Er verlor seinen Lebensmut, hörte auf zu essen und zu trinken und verstarb nach wenigen Wochen.
Die Ärzte benannten die Todesursache mit Liebesverlust.



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